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Zellbiologie

Mitochondrien und die Dosis

Kraftwerke mit eigener Vergangenheit, und warum bei jedem Trainingsreiz die Menge den Unterschied macht.

Was Mitochondrien sind

Mitochondrien sind winzige Strukturen in fast jeder Zelle. In ihnen wird mit Hilfe von Sauerstoff der Energieträger ATP hergestellt, von dem Muskeln, Gehirn und Herz leben. Wie viele Mitochondrien eine Zelle hat, wie gut sie arbeiten und wie effizient sie sind, bestimmt mit, wie leistungsfähig ein Gewebe ist.

Ihre Herkunft ist ungewöhnlich. Nach heutigem Verständnis waren sie vor sehr langer Zeit eigenständige Bakterien, wurden von einer anderen Zelle aufgenommen und blieben dort. Bis heute tragen sie eigenes Erbgut in sich.

Warum sie beim Höhentraining immer genannt werden

Mitochondrien verbrauchen den Sauerstoff, den Sie einatmen. Sobald es um dünne Luft geht, stehen sie deshalb im Mittelpunkt. Die Forschung beschreibt, dass passend dosierte Reize ein Steuerungseiweiß mit dem Kürzel PGC-1α aktivieren. Es gilt als zentral dafür, dass Zellen neue Mitochondrien bilden. Außerdem werden beschädigte Teile des Netzwerks aussortiert und abgebaut, das Netzwerk wird gewissermaßen aufgeräumt.

Das sind Beschreibungen aus Laborstudien und Übersichtsarbeiten. Daraus folgt nicht, dass bei Ihnen etwas Bestimmtes passiert. Wie die Mitochondrien einer Person arbeiten und wie sie auf einen Reiz antworten, ist eine Frage für die Medizin und nicht für ein Studio.

Warum die Dosis entscheidet

Das Grundprinzip heißt Hormesis: Ein kleiner, kontrollierter Reiz löst eine Anpassung aus, die über den Reiz hinausgeht. Das kennt jeder vom Krafttraining. Eine moderate Belastung baut Muskeln auf, eine Überlastung verletzt sie. Dieselbe Logik beschreibt die Fachliteratur beim Sauerstoff.

Dazu gehört ein Detail aus der Zellchemie. Bei der Energiegewinnung entstehen auch aggressive Sauerstoffverbindungen, im Volksmund freie Radikale. In kleinen Mengen dienen sie als Botenstoff und melden den Reiz an die Zelle. In großen Mengen schaden sie. Entscheidend ist also, wie viel entsteht.

Als grobe Orientierung nennen Übersichtsarbeiten: einen mäßig verringerten Sauerstoffanteil von etwa 9 bis 16 Prozent, kurze Phasen von wenigen Minuten, eine begrenzte Zahl von Wiederholungen pro Tag und einen Zeitraum von einigen Wochen mit anschließender Pause. Sehr niedrige Werte, sehr viele Wiederholungen oder dauerhafte, unkontrollierte Belastung gelten dagegen als ungünstig. Deshalb wird bei einer Sitzung gemessen und nicht geraten.

Warum jeder anders reagiert

Dieselbe Einstellung führt bei verschiedenen Menschen zu ganz unterschiedlichen Werten. Eine Rolle spielen Fitness, Alter, Tagesform, Schlaf, Stress und die Atemtechnik. Wer in der Phase mit wenig Sauerstoff verstärkt und tief atmet, hält die Sättigung künstlich hoch und schwächt den Reiz. Eine ruhige, gleichmäßige Atmung sorgt für einen besser steuerbaren Verlauf. Deshalb steuert beim Training nicht allein die Geräteeinstellung, sondern der gemessene Wert.

Wichtig zu wissen: Die Anpassungen sind umkehrbar. Ohne weiteren Reiz bilden sie sich nach der Darstellung der Fachliteratur wieder zurück. Ein regelmäßiger Lebensstil mit Bewegung gilt als hilfreich, damit man bei einem erreichten Stand bleibt.

Grundlage dieses Beitrags ist eine Zusammenstellung öffentlich zugänglicher Fachliteratur. Er beschreibt, was dort steht. Wie Sie darauf reagieren, ist individuell.

Gut zu wissen: Ich bin Gesundheitscoach. Bei mir trainieren Sie, medizinische Fragen gehören zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Sprechen Sie vorher kurz mit ihnen, ob das Training zu Ihnen passt.
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